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Neuntes Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit

11.03.2010

Berlin, 25. Februar 2010: Das IX. Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit stand unter den Themenkomplex Krisenkommunikation – Strategien, Anforderungen und Konzepte für die Bundesrepublik Deutschland.

Donnerstag 11. März 2010 von Marie-Luise Beck & Clemens Gause

Die komplexen Bezüge erfolgreicher Krisenkommunikation und die dynamischen Zusammenhänge zwischen Ereignis, interner und externer Kommunikation in den Behörden, der Berichterstattung sowie den Auswirkungen auf die Vorstellungen und Verhaltensweisen der Akteure und Betroffenen waren Gegenstand des neunten Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit.

Zum Thema „Krisenkommunikation und Kommunikation von krisenhaften Ereignissen – Anforderungen aus wissenschaftlicher Sicht“ sprach einleitend Frau Prof. Dr. Juliana Raupp, Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin und gab dabei einen exzellenten Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft. Sie mahnte insbesondere einen neuen, konstruktiven Umgang mit Unsicherheit an. Dies wäre Voraussetzung für eine Risikokultur, in der nicht nur über Sicherheit, sondern auch über Fehlererwartungen gesprochen werden müsse. Risikokultur bedeute auch, Monitoringprozesse einzuführen und reale oder – wie in der LÜKEX-Übung – simulierte Vorgänge systematisch zu evaluieren.

Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) verglich in seinem Vortrag, „LÜKEX Pandemie 2007 und LÜKEX Terroranschlag 2009/2010 – Anforderungen und Konzepte aus der Praxis.“ Die erst vor wenigen Wochen durchgeführte LÜKEX-Übung mit der vorangegangenen Übung 2007 unter dem Aspekt der Herausforderungen für die Krisenkommunikation.

Am Beispiel der jüngsten LÜKEX Übung diskutierten die Teilnehmer neue Erkenntnisse hinsichtlich der wesentlichen Rahmenbedingungen der Krisenkommunikation. Zeitpunkt und Qualität der Krisenkommunikation bestimmen über Abmilderung oder Verschärfung von Krisen und Notlagen. Nicht nur der jeweiligen Informationsstrategie, der Pressearbeit und den Medien kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, sondern insbesondere der Kommunikation innerhalb der jeweiligen Organisation.

In diesem Zusammenhang gab M inisterialdirektor Dr. Manfred Schmidt, Leiter der Abteilung Krisenmanagement im Bundesministerium des Innern, in seinem Vortrag „Bundeskonzept Krisenkommunikation erste Reflexionen zur kommunikativen Bewältigung der H1N1-Grippesaison“ weitere wichtige Hinweise auf künftige Herausforderungen.Die Mitarbeiter und die jeweiligen Führungsstrukturen, die mit der Krisenbewältigung betraut sind, sind entscheidend für den Erfolg der Kommunikation. Ihr persönlicher Hintergrund und ihre Erfahrung bestimmen maßgeblich den Prozess der Krisenkommunikation.

Klaus Zuch, Abteilungsleiter der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Berlin fügte in seinem Vortrag „Krisenkommunikation in der Länderpraxis“ treffend hinzu, dass klare Botschaften von und zu den verantwortlich Handelnden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene über etablierte Strukturen vertikal und horizontal kommuniziert werden müssen. Die Bürger und die steuernden Akteure benötigen rasche, ebenengerechte und als glaubwürdig eingestufte Informationen zur Krisenbewältigung. Glaubwürdigkeit und Vertrauen sollten schon im Vorfeld durch eine entsprechende Risikokommunikation aufgebaut worden sein, damit Informationen im Ernstfall auch akzeptiert werden.



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