Navigation/Menü: Links auf weitere Seiten dieser Website sowie Banner
XII. Zukunftsforum zum Thema "Smarte Infrastruktur"
13.04.2011
Im XII. Zukunftsforum mit dem knappen Titel „Smarte Infrastrukturen“ beschäftigten wir uns am 07.04.2011 mit den Themen Smart Grid, Smart Metering sowie Problemen und Chancen der technischen Vernetzung.Im ersten Vortrag des Tages erörterte Frau Dr. Iris Henseler-Unger, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur das Spannungsfeld von Privatisierung, (Regulierung) und Sicherheit. Sie kam zu dem Ergebnis, das Strom- und Telekommunikationsnetze in der heutigen Dichte und Qualität nicht ohne private Investitionen möglich wären. Eine entsprechende Versorgungssicherheit sei, wo sie nicht durch marktwirtschaftliche Interessen ohnehin gewährleistet wird, durch geeignete gesetzliche und vertragliche Vorgaben sicher zu stellen.
Anschließend gab Dr. Michael Arzberger von der Elster GmbH Einblicke in die Chancen und Risiken, die sich durch die Einführung von Smart Metering Systemen ergeben. Sie erlaube eine punktgenaue Erfassung und Abrechnung des Strombedarfs und ermögliche somit auch eine exakte Berechnung des Energiebedarfs. Ebenjene exakte Erfassung wecke jedoch Sorgen hinsichtlich des Daten- und Verbraucherschutzes. Die Einführung dieser Systeme müsse daher kommunikativ begleitet werden, um entsprechenden Ängsten bereits im Voraus zu begegnen. Erschwerend komme hinzu, dass die Geräte durch vielfältige Schnittstellen angreifbar sind, so dass Schadsoftware eingeschleust und Daten gestohlen werden können.
Im Folgenden gab Dr. Horst Miska, Mitglied der Schutzkommission, einen kurzen Exkurs zu den Ereignissen in Japan. Er fasste die Geschehnisse im Kernkraftwerk zusammen und erläuterte anschließend die daraus resultierenden gesellschaftlichen Folgen und Gefahren. Er schloss mit der Frage, wie viel die Vorsorge für ein derartig unwahrscheinliches Ereignis kosten darf.
Dr. Erich Rome, Projektleiter am Fraunhofer Institut für intelligente Analyse- und Informationssysteme, referierte nach der Pause den momentanen Forschungsstand zur Erfassung von Ausfällen der kritischen Infrastrukturen sowie möglichen Kaskadeneffekten und deren Folgen. Dabei lag ein Schwerpunkt auf den Problemen, die sich bei der Simulation von Schadensereignissen ergeben. Man wisse zwar, dass der Vernetzungsgrad in Europa hoch ist und 30% der erfassten Ausfälle auf Kaskadeneffekte zurückzuführen seien, doch exakte Daten dazu, welche Systeme miteinander vernetzt sind gäbe es kaum. Um diese zu erlangen sei eine engere Zusammenarbeit zwischen den Betreibern der Infrastrukturen unerlässlich.
Schließlich stellte Prof. Dr. Johann-Christian Pielow juristische Herausforderungen vor, die sich durch die Einführung smarte Infrastrukturen ergeben. Im Zieldreieck, das sich durch den Anspruch auf Versorgung mit billiger, umweltgerechter und sicherer Energie ergibt, müsse während und nach der Umstellung auf dezentrale und umweltfreundliche Stromversorgung eine Balance gefunden werden. Dabei sei mit dem Auftreten neuer Akteure zu rechnen, für die Verantwortlichkeiten und Haftungsfolgen definiert werden müssen. Der notwendige Netzausbau gebiete eine Verfahrensbeschleunigung, die durch Änderung der entsprechenden Gesetzgebung zu erreichen sei.


