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Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit e.V. » News » Expertentreffen im Bundestag zur Lage des deutschen Bevölkerungsschutzes



Expertentreffen im Bundestag zur Lage des deutschen Bevölkerungsschutzes/Das „Undenkbare“ denken – Konsequenzen für den Bevölkerungsschutz in Deutschland nach der Katastrophe in Japan

04.07.2011

ZOES XIII                     

Am 30. Juni 2011 trafen sich im Deutschen Bundestag Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und den Hilfsorganisationen, um die Konsequenzen für den Bevölkerungsschutz in Deutschland nach der Katastrophe in Japan zu diskutieren.

Für die Öffentliche Sicherheit stellt sich nicht nur die Frage nach der Bewertung von Risiken neu, sondern auch nach deren Wahrnehmung und den daran anschließenden Fähigkeiten des Bevölkerungsschutzes auf einen Ernstfall adäquat reagieren zu können. Diesbezüglich ist Deutschland grundsätzlich gut aufgestellt, aber um die Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten ist es notwendig, dass neben technischen Investitionen vor allem in Menschen investiert wird. Der demografische Wandel, die Aussetzung der Wehrpflicht und der Wandel von Lebensentwürfen junger Menschen bilden zentrale Einflussfaktoren, die die Erschließung neuen Nachwuchses, aber auch Themen wie beispielsweise die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung im Katastrophenfall langfristig beeinflussen. Hier müssen neue Wege eingeschlagen werden. Neue Bevölkerungsgruppen müssen für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz gewonnen werden.

Die Diskussionen zeigten zudem neue Bedarfe auf. So beispielsweise in der Forschung im Rahmen der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung im Katastrophenfall sowie der Konzeption von Dekontaminations- und Evakuierungsplänen, aber auch der aktiven Einbindung von Betreibern Kritischer Infrastrukturen in den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.

Im Rahmen der Vorsorgemaßnahmen sollte mehr über mögliche Betroffene gesprochen und weniger über Institutionen gesprochen werden“, sagte der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes und Schatzmeister des Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit Clemens Graf von Waldburg-Zeil.

Insgesamt gilt es den deutschen Bevölkerungsschutz und die Bevölkerung stärker als bisher zu aktivieren und beispielsweise für Maßnahmen der Eigenvorsorge zu gewinnen, sagte der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Axel Dechamps.

Das Treffen hat neue und sehr wichtige Erkenntnisschritte im Rahmen unserer gemeinsamen Arbeit für die Fortentwicklung der Themen der Öffentlichen Sicherheit gebracht“, resümierte der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Hermann J. Thomann. „Wir werden die angesprochenen Punkte in unseren Arbeitsgruppen vertiefen.“



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